Lukullisches Experiment: Veganer Döner im Test

Florian Merkel, Autor der „Hamburger Morgenpost“ (MOPO) hat ein lukullisches Experiment gewagt und den veganen Döner getestet.

In seiner Einleitung schreibt Merkel, dass ihn ein schlechtes Gewissen plage, da er am Vorabend des Döner Tests sich noch einen saftigen Steak gelabt habe, so als sei der Klimawandel nur eine Laune des Wetters. In seiner Mittagspause möchte er deshalb – erstmal begleitet von Skepsis -  einen veganen Döner probieren.

Schließlich sei die fleischlose Ernährung schon in der Mitte der deutschen Gesellschaft etabliert, immer mehr en vogue sei auch der komplette Verzicht auf alle tierischen Produkte. Momentan zählt der deutsche Vegetarierbund (VEBU) rund 100.000 Menschen, die vegan leben.

Auch der Autor möchte sich an der Verbesserung der persönlichen Klimabilanz, an nachhaltigem Konsum und Tierschutz beteiligen, weshalb er jetzt im „Bahrenfelder Grill“ in Hamburg auf dem Bahrenfelder Kirchweg 5 steht und den seit drei Wochen beworbenen veganen Döner testen will. Dabei schaut er abwechselnd auf den kühlen Teigklumpen auf der rechten Seite und den lecker brutzelnden Döner Spieß zu seiner Linken.

Die vegane Variante, eine Mischung aus Palmfett, Pflanzenöl, Soja, Weizen, Wasser, Weizenkleber etc. ieht nicht so appetitlich aus, auch der Aufsteller auf der Theke mit den Ingredienzien des Döners light sorgt auf den ersten Blick nicht gerade für größeren Appetit. Darauf steht auch „100 % ohne Konservierungsstoffe“. Aber inklusive Geschmacksverstärker, das findet man im Kleingedruckten.

Imbiss-Boss Mehmet Coskun schnitzelt helle Scheiben vom Spieß, die werden danach scharf angebraten. „Zuletzt habe ich immer mehr vegetarische Gerichte verkauft“, so Coskun. „Falafel und noch einige andere Dinge. Deshalb habe ich gedacht, dass ich es jetzt auch mal mit einem veganen Döner versuche.“ Der Erfolg gibt ihm recht. Seither reicht er jeden Tag bis zu 40 fleischlose Dürüm oder Döner über die Theke. Jetzt tüftelt er an einer rein pflanzlichen Soße, da im Tsatsiki ja Joghurt sei, erklärt der Bahrenfelder Döner Boss.

Weil der Autor endlich der Frage nachgehen möchte, wie der Veggie-Döner nun eigentlich schmecke, beißt er rein und befindet die Pseudo-Pita-Tasche für sensationell gut. Die Konsistenz sei bissfest, der Kebab würde durch das Anschmoren in der Pfanne eine herzhafte Note bekommen, gepaart mit der bekannten Schärfe der veganen roten Sambal-Soße. Der Geschmacksverstärker sei kaum zu merken, allerdings reiche die vegane Variante nicht an die Würze des wahren Dönerfleischs heran. Trotzdem war der Autor zufrieden, vor allem weil er kein schlechtes Gewissen mehr im Magen hatte.

 

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