Döner-Debatte in Schottland

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete jetzt über einen Gerichtsstreit eines Dönerladens in Schottland, in dem es um die Öffnungszeiten ging.

Party-Gänger, die eine Nacht durchgezecht haben kennen das: schnell noch an die Döner-Bude, um sich vor dem Schlafengehen noch einmal zu stärken, das sind die so genannten „Last-Night-The-Döner-Saved-My-Live“-Vertreter.

Es gibt aber auch Döner-Dussel, die nach ausgiebigem Alkoholgenuss das Pitabrot mit viel Knoblauch und Zwiebeln genießen, um am nächsten Morgen dann erschrocken von der Fahne aufzuwachen, die schlimmer ist als der Restalkohol, der sich in den Adern Bahn bricht.

Eine Döner-Debatte in der schottischen Stadt Broughty Ferry hat jetzt ganz andere Argumente für einen nächtlichen Döner zu Tage gefördert. Britische Medien berichteten, dass dem Döner-Imbiss „Khans Kebab Shop“ die Konzession zum Nachtgeschäft nicht erteilt worden sei. Die Behörde argumentierte, dass zu lange Öffnungszeiten soziales Verhalten fördere.

Broughty Ferry ist dabei nicht die einzige Kommune, die sich mit Döner-Öffnungszeiten beschäftigt, auch in Augsburg gab es vor Jahren einen Riesen-Döner-Streit zwischen Verwaltung auf der einen sowie Bürgern und Gastwirten auf der anderen Seite. Dieser gipfelte sogar in einer Klage vor dem bayerischen Verwaltungsgerichtshof und einem Protestpicknick. Die nächtlichen Fastfood-Freunde machten einfach zu viel Müll und Lärm, hieß es damals. Mit Erfolg kämpfte der populärste Döner-Budenbetreiber der Fuggerstadt vor Gericht und siegte.

Ebenso wie der Chef von „Khans Kebab Shop“ in Schottland, seine kreative Anwältin untermauerte das Muss der nächtlichen Öffnungszeiten mit mehreren wissenschaftlichen Studien, um zu beweisen, dass durch den Döner-Genuss asoziales Verhalten mitnichten gefördert werde. Im Gegenteil: ein leckerer Döner sei sogar hilfreich gegen Zimmerbrände, da ein Zecher mit vollem Magen nicht mehr selbst den Herd anschmeiße.

Ferner gegen häusliche Gewalt, weil fettes Essen nach Alkoholgenuss müde mache und ein Betrunkener, der potenziell aggressiv ist, nach dem Verzehr der Fleischtasche eher das Kopfkissen sucht als eine körperliche Auseinandersetzung.

Ein Mitglied des Stadtrates von Broughty Ferry wurde in der Lokal-Zeitung zitiert: „Ich habe nicht gewusst, dass Döner so viele Probleme lösen kann.“ Auch die anderen Mitglieder des Gemeindeparlamentes waren einsichtig und sprachen sich für eine Öffnungszeit zwischen Montag und Freitag bis 2 Uhr bzw. am Wochenende bis 2.30 Uhr für alle Take-Aways aus. Die Öffnungszeiten für Döner-Läden außerhalb des Stadtzentrums hingegen werden an die Pubs angepasst, dürfen eine halbe Stunde länger öffnen als die nächstgelegene Gaststätte.

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