Döner und die Rotkohl-Philosophie!

In den letzten Tagen wird in den Döner Imbissen von Emmerich am Rhein immer wieder die Frage gestellt, ob es Döner vom Kalb, vom Hähnchen oder doch von beiden, mit oder ohne Rotkohl sein soll?! Denn Döner Verkäufer hat seine eigene Rotkohl-Philosophie, wie das Onlineportal „Der Westen“ jetzt berichtete.

Umgangssprachlich heißt es schon seit langem: „Döner macht schöner!“ Und was den schönen Döner ausmacht, was den Fan der türkischen Fleischtasche überzeugt, womit er am besten schmeckt und was rein muss, dem ist jetzt „Der Westen“ auf den Grund gegangen.

So verrät Ali Kara vom Anatolia Kebab Haus in Hüthum an der B8, dass er ihn ohne Käse und Sauce genieße, so komme der Geschmack des Fleisches viel besser zur Geltung. „Außerdem verzichte ich auf Rotkohl und schwöre auf Hähnchenfleisch. Ich will nicht, dass sich die anderen Zutaten wegen des Rotkohls verfärben.“

Muharrem Cosgun hat dazu eine ganz andere Meinung, er betreibt sein Döner Haus Am Steintor. Er empfiehlt seinen Gästen Kalbfleisch Döner. „Meine Döner sind Kalbfleisch zu 100 %“, konstatiert Coscun. „Ich mache außerdem die Saucen selbst, verrate meine Rezepte allerdings nicht. Nur soviel: extra dicken Joghurt benutze ich beim Tsatsiki. Ich bin ferner der Meinung, dass Rotkohl dabei sein muss, schon wegen der Optik. Und das Auge isst ja mit. Und in Deutschland schmeckt mir der Döner besser als in der Türkei, da er hier weniger fettig ist.“

Am Bahnübergang vom Löwentor betreibt Gokhan Uzunkaya seinen Döner Imbiss, auch er schwört auf Kalbfleisch. „Ich bekomme das Fleisch von meinem Vetter, er stellt Döner Spieße her, hat eine eigene Fabrik. Wenn ich mir selber einen Döner zubereite, dann nur mit Zwiebeln und Tomaten, da ansonsten der Fleischgeschmack zu sehr untergraben wird. Von meinem Döner kriegt jedenfalls keiner Magenschmerzen.“

An der Nierenbergstraße von Emmerich im Diren Döner Kebab wird ein etwas anderer Spieß serviert. Dieser wird mit Gewürzen, Pute und Kalbfleisch hergestellt. Hier wird noch Döner Romantik gelebt, mit einer kalten Getränkedose in der Hand, am Stehtisch. Geschäftsführerin Resit Kaya erklärt: „Wir verarbeiten seit zehn Jahren das gleiche Fleisch.“ Becet und Yakub Barahn besitzen jeweils einen Döner Imbiss. Ihr Motto lautet: „Wir sind die Döner Spezialisten und haben den besten Spieß. Deshalb würzen wir unser Fleisch schon seit fast 20 Jahren mit einem Spezial-Gewürz aus der Türkei. Das halten wir natürlich geheim. Durch dieses Gewürz gibt das Fleisch weniger Fett ab und bleibt so saftiger.“ Von Montag bis Mittwoch gibt es Döner vom Hähnchen, „an allen anderen haben wir Kalb und Pute auf dem Spieß.“

In der Hühnerstraße von Emmerich steht nicht etwa ein Hähnchenimbiss, sondern die älteste Döner Bude der Stadt. Sie wird von Hakan Tastekin betrieben. Sein Erfolgsrezept lautet: „Ich verkaufe das, was die Leute mögen. Mein Döner ist aus Hähnchenfleisch und wird ohne Rotkohl serviert. Der Rotkohl verfälscht ansonsten den Geschmack.“

Somit wird klar, dass auch in Emmerich viele Döner Philosophien ihr zuhause haben.

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